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Mit dualen Ausbildungsberufen nachhaltig durchstarten

Am 5. Juni war Tag der Umwelt. Duale Ausbildungsberufe eröffnen vielfältige Möglichkeiten, um im Bereich Umwelt- und Klimaschutz zu arbeiten. Viele dieser Berufe wurden in der Corona-Krise als systemrelevant eingestuft.

Mit dualen Ausbildungsberufen nachhaltig durchstarten

Erneuerbare Energien

Ein Forschungsprojekt des BIBB hat gezeigt, dass die vorhandenen Ausbildungsberufe im dualen System durch ihre zukunftsoffene Ausgestaltung die Anforderungen an Facharbeiter im Bereich Energiewende erfüllen. Dabei sind Zusatzqualifikationen und Fortbildungen häufig das Mittel der Wahl, um auf spezifische betriebliche Anforderungen zu reagieren.

Die befragten Beschäftigten in diesem Sektor empfanden ihre Tätigkeiten als abwechslungsreicher und herausfordernder als vergleichbare Tätigkeiten in anderen Branchen. Auf Facharbeiterebene suchten die befragten Unternehmen im Bereich Erneuerbare Energien häufig Fachkräfte im Handwerk und in der Industrie in den Ausbildungsberufen Anlagenmechaniker/in, Elektriker/in, Elektroniker/in, Heizungsbauer/in, Gas- und Wasserinstallateur/in.

Bei der Analyse von Stellenangeboten lagen die Angebote für Ausbildungsplätze in den Berufsausbildungen Anlagenmechaniker/in für Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik (SHK), Elektroniker/in Energie- und Gebäudetechnik und Industriekaufleute deutlich vorn. Der Beruf Anlagenmechaniker/in für Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) wurde im Jahr 2016 modernisiert. Erneuerbare Energien und Umwelttechnik ist eines von vier Einsatzgebieten, die gewählt werden können. Auch in den anderen Einsatzgebieten Sanitärtechnik, Heizungstechnik sowie Lüftungs- und Klimatechnik spielen Nachhaltigkeit, erneuerbare Energien und der Einfluss auf die Umwelt eine Rolle.

Auch der im Jahr 2014 modernisierte Ausbildungsberuf Dachdecker/in enthält den Schwerpunkt Energietechnik an Dach und Wand, der sich der Photovoltaik, der Solarthermie und der Windenergie an Dach und Wand widmet. Grundsätzlich sind Dachdecker/innen die Fachleute für energetische Maßnahmen an der Gebäudehülle.

Erfahren Sie mehr über die Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt „Ausbau Erneuerbarer Energien und die Auswirkungen auf die deutsche Berufsbildung und den deutschen Arbeitsmarkt“

Umwelttechnische Berufe

Die Umwelttechnischen Berufe spielen eine wichtige Rolle in unserem täglichen Leben. Fachkräfte für Wasserversorgungstechnik bereiten das Trinkwasser auf, und Fachkräfte für Abwassertechnik stellen sicher, dass das genutzte Wasser wieder gereinigt wird, damit es in den Wasserkreislauf zurückgeführt werden kann. Fachkräfte für Rohr-, Kanal- und Industrieservice sorgen dafür, dass im privaten und öffentlichen Bereich das Kanalnetz funktioniert. Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft sind dafür verantwortlich, dass Abfälle korrekt entsorgt und weiterverwertet werden. Um die vier Umwelttechnischen Berufe fit für die Zukunft zu machen, wird augenblicklich eine Neuordnung diskutiert.

Die Fachkraft für Abwassertechnik ist übrigens einer der Berufe, die im Projekt Berufsbildung 4.0 auf die Auswirkungen der Digitalisierung untersucht wurden. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Aufgaben durch den Einsatz digitaler Technologien anspruchsvoller geworden sind.

Erfahren Sie mehr über das Projekt "Berufsbildung 4.0"

Grüne Berufe

Die anerkannten Ausbildungsberufe im landwirtschaftlichen Bereich, die „Grünen 14“, leisten einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz im Umgang mit Böden, Pflanzen und Tieren sowie moderner Technik. Gärtner/in und Landwirt/in stellen dabei die ausbildungsstärksten Berufe dar und weisen ein besonders breites Spektrum von Differenzierungen auf, so etwa Garten- und Landschaftsbau, Baumschule und Staudengärtnerei oder Getreidebau, Grünland, Milchviehhaltung und Rindermast.

Im Zuge der Modernisierung des anerkannten Ausbildungsberufes „Hauswirtschafter/in“ wurden zudem nachhaltigkeitsbezogene Aspekte - wie die Berücksichtigung von Herkunft, Herstellung und langfristiger Nutzbarkeit bei der Beschaffung von Gebrauchs- und Verbrauchsgütern - systematisch identifiziert und in den betrieblichen Ausbildungsrahmenplan aufgenommen.

Erfahren Sie mehr über die "Grünen 14"

Elektromobilität

Eine Überprüfung von 20 für die Elektromobilität relevanten Berufen und 19 Weiterbildungsgängen ergab vor einiger Zeit, dass die Berufsbilder in der Elektro- und IT-Industrie, in den elektro- und informationstechnischen Handwerken und im KFZ-Gewerbe den elektromobilitätsspezifischen Anforderungen bereits in weiten Teilen gerecht werden.

Die Studie des BIBB „Move on: Qualifikationsstruktur und Erwerbstätigkeit in Berufen der räumlichen Mobilität“ bietet eine ausführliche Bestandsaufnahme der Ausbildungs- und Erwerbssituation in Berufsgruppen, die direkt oder indirekt die räumliche Mobilität ermöglichen.

Erfahren Sie mehr in der Broschüre "Ausbildungsberufe für die Elektromobilität" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), S. 10

Move on: Qualifikationsstruktur und Erwerbstätigkeit in Berufen der räumlichen Mobilität

Modernisierte Standardberufsbildposition „Umweltschutz und Nachhaltigkeit“

In allen ab dem 1. August 2021 in Kraft tretenden Ausbildungsordnungen sind zudem die Inhalte der weiterentwickelten Standardberufsbildposition „Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ im Rahmen der betrieblichen Ausbildung verbindlich zu vermitteln. Diese berücksichtigen auch weiterhin das Einhalten von Regelungen des Umweltschutzes, das Vermeiden von Umweltbelastungen und der umweltschonenden Wiederverwertung oder Entsorgung von Stoffen und Materialien, welche bereits seit Ende der 1990er Jahre integrativer Bestandteil aller Ausbildungsrahmenpläne sind, gehen aber noch darüber hinaus. So wird zukünftig auch das Zusammenarbeiten im Sinne einer ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltigen Entwicklung sowie das Entwickeln von Vorschlägen für nachhaltiges Handeln im Arbeitsbereich zum verpflichtenden Gegenstand der Ausbildung.