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Mit dualen Ausbildungsberufen nachhaltig durchstarten

Der Schutz von Klima und Umwelt ist für Jugendliche wichtig wie nie. Duale Ausbildungsberufe eröffnen vielfältige Möglichkeiten, um im Bereich Umwelt- und Klimaschutz zu arbeiten und Zukunft mitzugestalten. Viele dieser Berufe wurden in der Corona-Krise als systemrelevant eingestuft.

Mit dualen Ausbildungsberufen nachhaltig durchstarten

Erneuerbare Energien

Ein Forschungsprojekt des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hat gezeigt, dass die vorhandenen Ausbildungsberufe im dualen System durch ihre zukunftsoffene Ausgestaltung die Anforderungen an Facharbeiter im Bereich Energiewende erfüllen. Dabei sind häufig Zusatzqualifikationen und Fortbildungen das Mittel der Wahl, um auf spezifische betriebliche Anforderungen zu reagieren.

Die befragten Beschäftigten in diesem Sektor empfanden ihre Tätigkeiten als abwechslungsreicher und herausfordernder als vergleichbare Tätigkeiten in anderen Branchen. Auf Facharbeiterebene suchten die befragten Unternehmen im Bereich Erneuerbare Energien häufig Fachkräfte im Handwerk und in der Industrie in den Ausbildungsberufen Anlagenmechaniker/in, Elektriker/in, Elektroniker/in, Heizungsbauer/in, Gas- und Wasserinstallateur/in.

Bei der Analyse von Stellenangeboten lagen die Angebote für Ausbildungsplätze in den Berufsausbildungen Anlagenmechaniker/in für Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik (SHK), Elektroniker/in Energie- und Gebäudetechnik und Industriekaufleute deutlich vorn. Der Beruf Anlagenmechaniker/in für Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) wurde im Jahr 2016 modernisiert. Erneuerbare Energien und Umwelttechnik ist eines von vier Einsatzgebieten, die gewählt werden können. Auch in den anderen Einsatzgebieten Sanitärtechnik, Heizungstechnik sowie Lüftungs- und Klimatechnik spielen Nachhaltigkeit, erneuerbare Energien und der Einfluss auf die Umwelt eine Rolle.

Auch der im Jahr 2014 modernisierte Ausbildungsberuf Dachdecker/in enthält den Schwerpunkt Energietechnik an Dach und Wand, der sich der Photovoltaik, der Solarthermie und der Windenergie an Dach und Wand widmet. Grundsätzlich sind Dachdecker/innen die Fachleute für energetische Maßnahmen an der Gebäudehülle.

Außerdem wird mit dem Elektroniker/der Elektronikerin für Gebäudesystemintegration ein neuer Beruf geschaffen. Dieser soll in Zukunft die Vernetzung und optimale Abstimmung der vielfältigen Gewerke im Hinblick auf ihre Energieeffizienz sicherstellen. Hierzu gehören Heizung, Sanitär, Kommunikations- und Sicherheitstechnik sowie Energieversorgung und Energieerzeugung.

Erfahren Sie mehr über die Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt „Ausbau Erneuerbarer Energien und die Auswirkungen auf die deutsche Berufsbildung und den deutschen Arbeitsmarkt“

Umwelttechnische Berufe

Die Umwelttechnischen Berufe spielen eine wichtige Rolle in unserem täglichen Leben. Fachkräfte für Wasserversorgungstechnik bereiten das Trinkwasser auf. Fachkräfte für Abwassertechnik stellen sicher, dass das genutzte Wasser wieder gereinigt wird, damit es in den Wasserkreislauf zurückgeführt werden kann. Fachkräfte für Rohr-, Kanal- und Industrieservice sorgen dafür, dass im privaten und öffentlichen Bereich das Kanalnetz funktioniert. Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft sind dafür verantwortlich, dass Abfälle korrekt entsorgt und weiterverwertet werden. Um die vier Umwelttechnischen Berufe fit für die Zukunft zu machen, wird zurzeit eine Neuordnung diskutiert.

Die Fachkraft für Abwassertechnik ist übrigens einer der Berufe, die im Projekt Berufsbildung 4.0 auf die Auswirkungen der Digitalisierung untersucht wurden. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Aufgaben durch den Einsatz digitaler Technologien anspruchsvoller geworden sind.

Erfahren Sie mehr über das Projekt "Berufsbildung 4.0 und den Beruf Fachkraft für Abwassertechnik"

Grüne Berufe

Die anerkannten Ausbildungsberufe im landwirtschaftlichen Bereich, die „Grünen 14“, leisten einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz im Umgang mit Böden, Pflanzen und Tieren sowie moderner Technik. Gärtner/in und Landwirt/in stellen dabei die ausbildungsstärksten Berufe dar und weisen ein besonders breites Spektrum von Differenzierungen auf, so etwa Garten- und Landschaftsbau, Baumschule und Staudengärtnerei oder Getreidebau, Grünland, Milchviehhaltung und Rindermast.

Im Zuge der Modernisierung des anerkannten Ausbildungsberufes „Hauswirtschafter/in“ wurden zudem nachhaltigkeitsbezogene Aspekte - wie die Berücksichtigung von Herkunft, Herstellung und langfristiger Nutzbarkeit bei der Beschaffung von Gebrauchs- und Verbrauchsgütern - systematisch identifiziert und in den betrieblichen Ausbildungsrahmenplan aufgenommen.

Erfahren Sie mehr über "Die 14 Grünen Berufe" auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft 

Elektromobilität

Für das Gelingen der Elektromobilität sind ca. 20 Berufe relevant. Dazu gehören Berufsbilder in der Elektro- und IT-Industrie, in den elektro- und informationstechnischen Handwerken und im KFZ-Gewerbe. So lernen beispielsweise alle Kraftfahrzeugmechatroniker/innen Grundlagen für die Reparatur von Elektrofahrzeugen. Im Schwerpunkt „System- und Hochvolttechnik“ spezialisieren sie sich darauf.

Berufeinformation auf bibb.de: Kraftfahrzeugmechatroniker/in

Erfahren Sie mehr in der Broschüre "Ausbildungsberufe für die Elektromobilität" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), S. 10

Zur umweltfreundlichen Mobilität tragen auch all die Berufsbilder bei, die einen öffentlichen Nahverkehr gewährleisten. Dazu gehören in erster Linie die Fahrer/innen von Zügen, Straßen- und U-Bahnen sowie Bussen. Die Kaufleute, die zum Transport von Personen und Gütern beraten sowie Mobilitätskonzepte verkaufen, sind die erste Anlaufstelle für die Kundinnen und Kunden, die umweltverträglich reisen möchten. Für ein sicheres Fortkommen auf der Schiene stehen die Gleisbauer/innen und Stellwerker/innen.

Die Studie des BIBB „Move on: Qualifikationsstruktur und Erwerbstätigkeit in Berufen der räumlichen Mobilität“ bietet eine ausführliche Bestandsaufnahme der Ausbildungs- und Erwerbssituation in Berufsgruppen, die direkt oder indirekt die räumliche Mobilität ermöglichen.

Move on: Qualifikationsstruktur und Erwerbstätigkeit in Berufen der räumlichen Mobilität

Nachhaltigkeit im kaufmännischen Bereich

Die Globalisierung des Handels birgt eine stetige Zunahme der Verkehrsströme und damit des Ressourcenverbrauchs. In puncto Nachhaltigkeit sind die Herausforderungen folglich groß und Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung haben hier großes Potential: So organisieren sie den Versand, den Umschlag sowie die Lagerung von Gütern. Sie verkaufen logistische Dienstleistungen nicht nur unter Beachtung einschlägiger Rechtsvorschriften, sondern auch explizit im Hinblick auf die Belange des Umweltschutzes. In der Kundenberatung sind dabei beispielsweise verschiedene Transportmittel wie Flugzeug, Schiff, Bahn oder LKW unter ökonomischen und ökologischen Aspekten zu bewerten und zu kombinieren. Es gilt Lärmerzeugung und Schadstoffausstoß zu vergleichen, um Belastungen auch in innerstädtischen Bereichen zu minimieren. Die effiziente Nutzung von Lagerkapazitäten ist ebenso ein wichtiger Aspekt bei der Planung einer nachhaltigen logistischen Leistungserstellung.

Der Ausbildungsberuf Kaufmann/ Kauffrau für Groß- und Außenhandelsmanagement bietet ein abwechslungsreiches und interessantes Aufgabenspektrum im nationalen und internationalen Handel – mit wachsenden Aufgaben und Gestaltungsmöglichkeiten für einen „nachhaltigen Handel“. Einsatzgebiete von Kaufleuten für Groß- und Außenhandelsmanagement sind die Beschaffung von Waren im In- und Ausland, ihre Lagerung, Marketing und Vertrieb sowie waren- und kundenbezogene Dienstleistungen. Absolventinnen und Absolventen der Fachrichtung Außenhandel wickeln insbesondere Außenhandelsgeschäfte ab und bedienen Auslandsmärkte. In vielen dieser Tätigkeitsbereiche spielen zunehmend auch Aspekte der Nachhaltigkeit eine Rolle, z.B. faire Handelsbeziehungen, transparente Produktionsbedingungen und Lieferketten der Produkte und das nachhaltige Management von Warenbeschaffung und Transport.

Die Gestaltung des Konsums ist ein wichtiges Element, um nachhaltiges Wirtschaften in Zukunft zu realisieren. Hier erhalten Kaufleute im Einzelhandel die Möglichkeit, sich mit unterschiedlichen Sortimenten (Bekleidung, Lebensmittel, Elektronik etc.) und deren Entwicklung auseinanderzusetzen und ihre Kunden zu den jeweiligen Waren und Dienstleistungen individuell zu beraten. Zudem gestalten sie anspruchsvolle betriebliche Prozesse wie die Warenbeschaffung, Werbung und Verkaufsförderung sowie die Erfolgskontrolle und berücksichtigen dabei Aspekte der Nachhaltigkeit.

Umweltgerechtes Verpacken

Verpackungen aus Altpapier statt Plastik – das ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz unserer Umwelt. Papiertechnolog/innen können bis zu sieben Mal Altpapierfasern so aufbereiten, dass sie für Papiertüten in der Obst- und Gemüseabteilung oder Kartonagen für den Transport von Gütern eingesetzt werden. Die Aufgabe der Packmitteltechnolog/innen ist es, daraus ressourcenschonend Verpackungen zu konstruieren und zu produzieren. „Intelligente“ Verpackungen sind in der Lage über Sensoren, visuelle und akustische Informationen über die Qualität ihres Inhalts, z. B. die Einhaltung von Kühlketten, oder auch über Ort, Weg und Zielerreichung von Waren zu senden. So erfüllen Papier- und Packmitteltechnologen eine relevante Funktion für eine nachhaltige Gesellschaft.