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Junge Geflüchtete auf dem Weg in Ausbildung

Ergebnisse der BA/BIBB-Migrationsstudie 2016

Menschen unterschiedlicher Herkunft und Hautfarbe werden von rosafarbener Frau angeleitet
© Frank Gärtner - Fotolia.com

In Ergänzung zur klassischen BA/BIBB-Bewerberbefragung haben das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und die Bundesagentur für Arbeit (BA) 2016 erstmals die BA/BIBB-Migrationsstudie durchgeführt. Befragt wurde eine Stichprobe von rund 4.000 Jugendlichen nichtdeutscher Staatsangehörigkeit, die bei der BA als Bewerber/-innen für eine duale oder schulische Ausbildung oder eine Weiterbildung gemeldet waren. Die Analysen des Beitrags "Junge Geflüchtete auf dem Weg in Ausbildung" fokussieren auf eine Teilgruppe der Befragten: Betrachtet wird die Situation von Bewerbern und Bewerberinnen mit Fluchthintergrund und einer Staatsangehörigkeit nicht europäischer Asylzugangsländer.

Die wichtigsten Ergebnisse in Kürze:

Fast einem Drittel der Bewerber/-innen mit Fluchthintergrund und einer Staatsangehörigkeit nicht europäischer Asylzugangsländer gelang der Übergang in die duale Ausbildung

31 Prozent der geflüchteten Bewerber/-innen mit einer Staatsangehörigkeit aus nicht europäischen Asylzugangsländern hatten eine duale Ausbildungsstelle aufgenommen und weitere 3 Prozent absolvierten eine vollqualifizierende schulische Ausbildung oder ein Studium. Mit 15 Prozent fallen die Anteile jener Personen verhältnismäßig hoch aus, die sich zum Befragungszeitpunkt in einem Deutsch- oder Integrationskurs und damit noch in der Vorbereitungsphase auf eine Ausbildung befanden.

Mehrheit der erfolglosen Bewerber/-innen mit Fluchthintergrund und einer Staatsangehörigkeit nicht europäischer Asylzugangsländer hat weiterhin Interesse an einer Ausbildung

Drei Viertel der Bewerber/-innen mit Fluchthintergrund und einer Staatsangehörigkeit aus nicht europäischen Asylzugangsländern, die sich zum Befragungszeitpunkt nicht in einer betrieblichen Ausbildung befanden, plant künftig den Beginn einer betrieblichen Ausbildung. Seltener Interesse an einer betrieblichen Ausbildung zeigen Personen, die zum Befragungszeitpunkt jobbten oder arbeiteten. Sie planten besonders häufig, weiterhin arbeiten zu gehen, um Geld zu verdienen.

Individuelle Unterstützung und praktische Erfahrungen im Betrieb erhöhen Ausbildungschancen

Insbesondere praktische Erfahrungen im Betrieb, die geflüchtete Bewerber/-innen aus nicht europäischen Asylzugangsländern durch eine Einstiegsqualifizierung (EQ), andere Praktika oder Probearbeiten gesammelt haben, tragen entscheidend dazu bei, dass der Übergang in eine betriebliche Ausbildung gelingt. Ferner profitieren Bewerber/-innen von der individuellen Betreuung durch Mentoren bzw. Mentorinnen oder Paten bzw. Patinnen. Keine Rolle spielt dagegen die Lage auf dem Ausbildungsstellenmarkt und berufliche Erfahrungen, die Bewerber/-innen bereits im Heimatland sammeln konnten. Der Ausbau von Praktikums- oder EQ-Stellen sowie von Patenschaftskonzepten könnte sich somit langfristig auszahlen.

Bewerber/-innen mit Fluchthintergrund und einer Staatsangehörigkeit aus nicht europäischen Asylzugangsländern wünschen sich mehr Unterstützung in alltagspraktischen Belangen

Neben der Begleitung im Kontext der Ausbildungsplatzsuche scheint es wichtig zu sein, Bewerber/-innen mit Fluchthintergrund und einer Staatsangehörigkeit aus nicht europäischen Asylzugangsländern frühzeitig und passgenau zu unterstützen. Die Ergebnisse der BA/BIBB- Migrationsstudie weisen darauf hin, dass es hierbei nicht nur um die Orientierung im deutschen Bildungssystem und die konkrete Vermittlung in Ausbildung geht, sondern dass sich insbesondere die Personen, die noch nicht lange in Deutschland leben, auch eine bessere Unterstützung in alltagspraktischen Anliegen (z.B. bei der Wohnungssuche) wünschen. Die Angaben der geflüchteten Bewerber/-innen zu Unterstützungsbedarfen sowie ihre Selbstauskünfte zu den Gründen für mangelnden Erfolg bei der Ausbildungsplatzsuche weisen außerdem auf die enorme Bedeutung von kontinuierlicher Sprachförderung hin. Dabei ist zu beachten, dass "Integration" mit der Aufnahme einer Ausbildung nicht abgeschlossen ist. Auch jene Personen, denen ein Übergang in eine Ausbildung gelungen ist, äußern weiterhin großen Unterstützungsbedarf.

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