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Innovationswettbewerb INVITE

Digitale Plattform Berufliche Weiterbildung

Mit dem Innovationswettbewerb INVITE (Digitale Plattformen Berufliche Weiterbildung) soll ein Beitrag zur Optimierung eines innovativen digitalen und sicheren Bildungsraums der berufsbezogenen Weiterbildung geleistet werden.

Innovationswettbewerb INVITE

Dazu gehören die Vernetzung sowie die Weiterentwicklung von internetbasierten Plattformen, Applikationen und Diensten (z. B. Suchmaschinen) sowie die Entwicklung innovativer digitaler Lehr- und Lernangebote. Ziel ist die Verbesserung des Angebots „bottom-up“. Der Innovationswettbewerb ist in die Nationale Weiterbildungsstrategie eingebettet, mit deren fachlichen und organisatorischen Begleitung das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) beauftragt wurde.

Das BIBB wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit der fachlichen und administrativen Begleitung des Innovationswettbewerbs beauftragt und wird von einer externen Digitalbegleitung bei der Umsetzung des Innovationswettbewerbs unterstützt.

Mit der Förderrichtlinie zum Innovationswettbewerb INVITE (Digitale Plattform Berufliche Weiterbildung) werden folgende Handlungsbedarfe der Nationalen Weiterbildungsstrategie aufgegriffen:

  1. Verbesserung der Kohärenz im digitalen Weiterbildungsraum für eine breite Zielgruppe durch die Vernetzung von Weiterbildungsplattformen
  2. Qualitative Verbesserung bestehender Weiterbildungsplattformen (aus Nutzerperspektive) durch die Entwicklung und Erprobung plattformbezogener Innovationen
  3. Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung und des individuellen Lernerfolgs durch die Entwicklung und Erprobung von durch Künstliche Intelligenz (KI)-unterstützten Lehr-/Lernangeboten

Mit einer nutzerorientierten digitalen Weiterbildungsinfrastruktur soll die differenzierte individuelle und betriebliche Nachfrage nach berufsbezogener Weiterbildung mit den vielfältigen Angeboten des Markts zusammengebracht werden, so dass die Möglichkeiten für passgenaue berufsbezogene Weiterbildungen erweitert, verbessert und erleichtert werden. Dabei soll der Zugang zu Weiterbildungsangeboten niedrigschwellig gestaltet und an den Lebens- und Arbeitssituationen der Lernenden ausgerichtet werden, um über alle Qualifikationsniveaus hinweg Personen bei ihren berufsbezogenen Entwicklungsmöglichkeiten durch Weiterbildung zu unterstützen.

Gerade kleine und mittlere Betriebe sind darauf angewiesen, ihre Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit durch effiziente und zielorientierte Weiterbildungsprozesse zu verbessern. Damit einher geht, dass berufsbezogene Weiterbildungsprozesse stärker individualisiert und modularisiert gestaltet werden müssen. Hierzu sind plattformbezogene Innovationen und KI-unterstützte Lernräume erforderlich. Hierbei sollen formale ebenso wie non-formale Weiterbildungen berücksichtigt und bereits erworbene Kompetenzen dokumentiert werden. Ferner gilt es, dabei eine Vergleichbarkeit von Weiterbildungsangeboten und -formaten für die Lernenden anhand von nutzerorientierten Standards und Kriterien zu ermöglichen. Diese Standards sollen zum einen anschlussfähig an nationale und europäische Initiativen (z. B. Europass) sein und zum anderen Transparenzkriterien und Verbraucherschutzrechte sowie Barrierefreiheit berücksichtigen.

Was wird gefördert?

Mit dem Innovationswettbewerb INVITE werden im Rahmen von drei Entwicklungsfeldern und einem forschungsorientierten Metavorhaben innovative Projekte gefördert, die folgende Ziele verfolgen:

  • Auf- und Ausbau von Vernetzungsaktivitäten für (a) eine Verbesserung der Kohärenz im digitalen Weiterbildungsraum für die berufsbezogene Weiterbildung, (b) die Erhöhung der Transparenz im Weiterbildungsmarkt sowie (c) die Erhöhung der Beteiligung an berufsbezogener Weiterbildung,
  • Entwicklung und Erprobung digitaler, plattformbezogener Innovationen für eine qualitative Verbesserung bestehender Weiterbildungsplattformen,
  • Entwicklung und Erprobung von mit künstlicher Intelligenz (KI) unterstützten Lehr- und Lernangeboten,
  • wissenschaftliche Studien zur Generierung von anwendungsbezogenen Erkenntnissen zu Themen wie Datensicherheit und Datenauthentizität, Wirkungen von KI-unterstützten Lehr- und Lernangeboten, Weiterbildungsbeteiligung und -verhalten im digitalen Weiterbildungsraum.

Jury-Verfahren

Der Wettbewerb ist zweistufig gestaltet (Skizzen / Anträge) und richtet sich an Plattformbetreiber, Weiterbildungsanbieter, Wissenschaft (interdisziplinär), Unternehmen (KMU) und weitere technikaffine Akteure der beruflichen Weiterbildung. Die Skizzen werden von einer Jury geprüft und bewertet.

FAQ

  1. Nach welchen Kriterien wird die Skizze bewertet und auf welche Kriterien in der Bekanntmachung wird bei der Bewertung der Skizzen am meisten Wert gelegt?
    Die Bewertung der Skizzen und Anträge erfolgt auf der Grundlage der Kriterien, die in der Förderrichtlinie formuliert sind. Die in der Bekanntmachung formulierten Kriterien zur Bewertung sind im Grundsatz gleichwertig.
     
  2. Welche Zielgruppen sollen die Projekte adressieren?
    Der Fokus der Projektförderung liegt auf der berufsbezogenen Weiterbildung. Der Wettbewerb adressiert somit grundsätzlich alle Personen, die sich nach einer beruflichen Erstausbildung fort- und weiterbilden (oder auch berufliche Zusatzqualifitakionen erwerben) möchten. Von besonderem Interesse sind dabei Personen mit erhöhten Informations- und Beratungsbedarfen, berufliche Quer- und Wiedereinsteigern*innen und bisher in der beruflichen Weiterbildung unterrepräsentierte Personen (z.B. Ältere, nicht formal Qualifizierte und Fachkräfte) sowie Personen, deren Tätigkeiten im Zuge der Digitalisierung ein hohes Substituierungspotenzial aufweisen.
     
  3. Können auch Projekte bzw. Plattformbetreiber gefördert werden, die bisher nicht direkt den Bereich der beruflichen Weiterbildung adressieren?
    Prinzipiell ja, sofern eine Ausrichtung auf die berufsbezogene Weiterbildung angestrebt wird und die erforderlichen Kenntnisse, Erfahrungen und Kompetenzen aus den Referenzen des Antragstellenden hervorgehen.
     
  4. Wie sollte der Verbund zusammengesetzt sein (max. oder min. Anzahl von Partnern, konkrete Partner)?
    Ein Projektverbund besteht aus mindestens zwei Partnern, die maximale Anzahl an Verbundpartnern hängt von der fachlichen Notwendigkeit (klar umrissene Arbeitspakete der einzelnen Verbundpartner) und der Angemessenheit der insgesamt beantragten Mittel ab.
     
  5. Ist die Einreichung von Konzepten möglich, die mehr als ein Entwicklungsfeld berücksichtigen?
    Ja, siehe BMBF-Förderrichtlinie (Punkt 2: Gegenstand der Förderung): Konzepte, die mehr als ein Entwicklungsfeld berücksichtigen, sind möglich und erwünscht.
     
  6. Was bedeutet Anschlussfähigkeit und Interoperabilität der zu entwickelnden Innovationen?
    Die zu entwickelnden Innovationen sollen eine grundsätzliche Offenheit der entstehenden Plattformarchitektur ermöglichen, beispielsweise auf der Grundlage von Metadatenstandards oder offenen Schnittstellen, damit Programme bzw. Dienste miteinander verbunden und Informationen ausgetauscht werden können. Die Entwicklungen sollen in der Regel nicht auf proprietärer Software und auch nicht auf proprietären Datenstandards, die das Recht und die Möglichkeiten der Wieder- und Weiterverwendung sowie Änderung und Anpassung durch Nutzer und Dritte stark einschränken, basieren.
     
  7. Worauf bezieht sich die für Dritte angedachte Nachnutzung von Lösungen, die in den Projekten der Entwicklungsfelder II und III erarbeitet werden?
    Die nach Ende der Projektlaufzeit für eine Nachnutzung durch Dritte bereitzustellenden Lösungen können in Bezug auf das Entwicklungsfeld II eine gesamte Plattformarchitektur umfassen sowie sich auf einzelne Elemente der Plattformarchitektur beziehen. In Bezug auf das Entwicklungsfeld III umfasst die Bereitstellung die geförderte Angebotsentwicklung.
     
  8. Was wird in der Förderrichtlinie unter dem Begriff „Plattform“ verstanden?
    Der Wettbewerb adressiert die Gesamtheit einer Plattformarchitektur. Zu dieser Plattformarchitektur gehören internetbasierte Plattformen an sich (i.d.R. Webserver, die zwischen einem Client/lokalen Rechner und einem Anwendungsserver vermitteln), internetbasierte Applikationen (z.B. ein personalisierter Kalender) sowie internetbasierte Dienste (z.B. Suchmaschinen). Ziel des Wettbewerbs ist die Vernetzung sowie die Weiterentwicklung von internetbasierten Plattformen, Applikationen und Diensten.
     
  9. Sollen die KI-unterstützten Lehr-Lernangebote (Entwicklungsfeld III) an den Erwerb einer bestimmten Qualifikation gebunden sein?
    Aus der Skizze sollte hervorgehen, ob bzw. inwieweit die entwickelten Lehr-Lernangebote auch mit dem Erwerb einer bestimmten Qualifikation verbunden sind. Die Förderung im Entwicklungsfeld III ist jedoch unabhängig davon, ob die Angebote ausschließlich auf den Erwerb spezifischer Kompetenzen ausgerichtet sind oder auch auf den Erwerb einer bestimmten Qualifikation zielen.
  1. Wie hoch darf die maximal beantragte Fördersumme sein?
    Die Höhe der Fördersummen, die beantragt werden können, ist grundsätzlich nicht limitiert. Die Höhe der Zuwendung richtet sich im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel nach den Erfordernissen des beantragten Vorhabens sowie nach der Förderquote.
     
  2. Mit welcher Förderquote kann gerechnet werden?
    Die Höhe der Förderquote ist von mehreren Faktoren abhängig. Zur Ermittlung der Förderquote wird eine Einzelfallprüfung durchgeführt. Interessierte können eine Selbsteinschätzung nach den beihilferechtlichen Regeln der EU-Komission vornehmen („Allgemeine Gruppenfreistellungsverordnung" – AGVO, in der Fassung der Verordnung (EU) 2017/1084 vom 14. Juni 2017, ABl. L 156 vom 20.6.2017).
     
  3. Gibt es eine maximale Gesamtförderquote für einen Verbund?
    Nein, es gibt keine festgelegte Gesamtförderquote für einen Verbund.
     
  4. Ist es möglich/sinnvoll, Großunternehmen als Verbundpartner aufzunehmen?
    Die Aufnahme von Großunternehmen als Verbundpartner ist möglich und sinnvoll, wenn sie zur Erfüllung der erforderlichen Aufgaben beitragen können.
     
  5. Was ist unter der Fördervoraussetzung „Bereitschaft zur Kooperation“ für die Projekte der Entwicklungsfelder I, II und III genau zu verstehen?
    In den Entwicklungsfeldern II und III kann auch ein Förderantrag für Einzelprojekte gestellt werden. Haben Skizzeneinreichende keine eigene Plattform bzw. können sie nicht die Plattform eines Dritten außerhalb des Wettbewerbs für die Eprobung ihrer Entwicklungen nutzen, müssen sie sich dazu bereit erklären, die Erprobung ihrer Entwicklung auf einer Plattformarchitektur des Entwicklungsfelds I vorzunehmen. Analog müssen sich die Skizzeneinreichenden im Entwicklungsfeld I dazu bereit erklären, eine Erprobung von Entwicklungen aus den Entwicklungsfeldern II und III möglich zu machen. Die entwicklungsfeldübergreifende Zusammenführung der Projekte erfolgt ggf. bei der Bewertung der Skizzen und wird als Auflage für die Förderung in die Aufforderung zur Ausarbeitung eines Vollantrags aufgenommen.
     
  6. Durch wen erfolgt die Prüfung und Bewertung der Skizzen?
    Alle eingegangenen Skizzen werden durch das BIBB formal und fachlich in Bezug auf ihre Förderfähigkeit geprüft. Die grundsätzlich förderfähigen Skizzen werden anschließend von einer  unabhängigen Jury  Skizzen bewertet und ggf. dem BMBF zur Förderung empfohlen. Das BMBF entscheidet unter Berücksichtigung der Jury-Empfehlungen darüber, welche Institutionen zur Einreichung eines Förderantrags aufgefordert werden. Die Skizzeneinreichenden werden schriftlich über die Entscheidung informiert.
     
  7. Durch wen erfolgt die Prüfung und Bewilligung der Förderanträge?
    Die Förderanträge werden vom BIBB geprüft. Die finale Entscheidung über eine Förderung erfolgt durch das BMBF, die Bewilligung durch das BIBB.
  1. Wie viele Projekte werden gefördert?
    Die Anzahl der zu fördernden Projekte wird im Zuge der Skizzen und Antragsprüfung bestimmt und richtet sich nach den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln.
     
  2. Wann starten die ersten Projekte?
    Der Projektstart ist zum 1.3.2021 vorgesehen.
     
  3. Wird für die Erstellung der Projektskizze ein Formular zur Verfügung gestellt?
    Ja, für die Erstellung der Projektskizzen wird über easy online ein Skizzenformular zur Verfügung gestellt. Dieses Formular ist bei der Erstellung der Projektskizzen zu nutzen.
     
  4. Welche Regelungen gelten in Bezug auf vergleichbare laufende Projektförderungen?
    Soweit Maßnahmen, die vergleichbare Ziele im Sinne der Förderrichtlinie verfolgen, beim Antragstellenden bereits ganz oder teilweise aus anderen öffentlichen Mitteln finanziert werden, ist eine Förderung nach dieser Förderrichtlinie nicht möglich (Kumulierungsverbot). Neben der Korrespondenz mit den in der Förderrichtlinie genannten Zielen sind weitere Voraussetzungen für eine Förderung die Zusätzlichkeit des beantragten Projekts oder – unter quantitativen und qualitativen Gesichtspunkten – eine erhebliche Ausweitung bisheriger Aktivitäten, die eine Einordnung als neue, noch nicht begonnene Maßnahme rechtfertigen. Angaben zu laufenden oder abgeschlossenen Förderungen mit vergleichbarer Zielsetzung werden über das in „Easy Online“ angelegte Skizzenformular (siehe oben) erfragt.
     
  5. Auf welchem Weg (online, postalisch) sind einzelne Skizzendokumente (Skizze, LOI) einzureichen?
    Die Skizzen sind mit einer rechtsverbindlichen Unterschrift versehen per Post in zweifacher Ausfertigung beim BIBB einzusenden sowie online über „Easy Online“ einzureichen.
     
  6. Wann sind Kooperationsvereinbarungen von den Verbundpartnern einzureichen und was sollen diese beinhalten?
    In der Skizze sollten die potenziellen Verbundpartner unter Angabe ihrer Referenzen (und ggf. vergangenen Kooperations-/Verbundprojekten) benannt werden. Die Skizze soll auch eine Stellungnahme in Form einer Absichtserklärung dieser Partner für die Zusammenarbeit enthalten. Spätestens zum Antrag ist eine Kooperationsvereinbarung zwischen Verbundpartnern zwingend erforderlich.
     
  7. Von wem und wann muss ein Letter of Intent (LOI) vorgelegt werden?
    Bei assoziierten Partnern – das sind solche, die keine Fördermittel des BMBF beantragen, jedoch mit den Antragstellenden auf andere Weise involviert sind – werden bei Einreichung der Skizze sogenannte „Letter of Intent“ (LOI, Absichtserklärung zur Zusammenarbeit) benötigt.
     
  8. Werden die Einreichungsfristen verlängert?
    Eine Verlängerung der Fristen ist grundsätzlich nicht möglich. Fristen innerhalb der Förderbekanntmachung stellen keine Ausschlussfristen dar. Unterlagen, welche nach Fristende eingehen, können aber möglicherweise im Auswahlprozess nicht mehr berücksichtigt werden.
     
  9. Wie und wann werde ich über die Bewertung meiner eingereichten Skizze informiert?
    Die Einreichenden der positiv bewerteten Projektskizzen werden voraussichtlich im Oktober 2020 aufgefordert, einen förmlichen Antrag auf Projektförderung zu stellen. Ihnen wird dabei auch der Termin, zu dem der Antrag dem BIBB spätestens vorliegen muss, mitgeteilt. Die Information erfolgt schriftlich per Post. Allen anderen Skizzeneinreichenden wird schriftlich mitgeteilt, dass ihre Skizze nicht zur Antragsstellung empfohlen wurde. Die Möglichkeit zur Antragstellung ist dadurch nicht ausgeschlossen.

Die Fakten auf einen Blick

  • Ideenwettbewerb mit zweistufigem Auswahlverfahren
  • Auswahl: BMBF mit Unterstützung durch eine interdisziplinär zusammengesetzte Jury
  • Begleitung durch einen Beirat, zusammengesetzt aus Wirtschafts- und Sozialpartnern, Ländervertreter*innen und Wissenschaftler*innen
  • Fachliche und administrative Begleitung: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
  • Start der Projektförderung: voraussichtlich Mai 2021
  • Projektlaufzeit Entwicklungsfelder: bis zu 36 Monate
  • Projektlaufzeit Metavorhaben: bis zu 42 Monate
  • Gesamtfördervolumen: rund 35 Mio. Euro